Merkmale der Kurzgeschichte (Referat Handout, 26.02.2013) „Uns fehlt der Optimismus des 19. Jahrhunderts, zu glauben, diese Welt ließe sich auf fünfhundert Seiten einfangen; deshalb wählen wir die kurze Form!“ – Jorge Luis Borges ERZÄHLVERHALTEN - Erzähler: Meist personal - Vermeidung von: Wertungen, Deutungen, Lösungen ERZÄHLUNGSVERLAUF - Entweder sehr kurze Einleitung oder sofortiger Einstieg in die Handlung (= in medias res) - chronologisches erzählen (tw simultanität durch innere Monologe, Einblendungen) - erzählte Zeit häufig wenige minuten oder stunden; Geschehen → exemplarische Situation, Bild, Momentaufnahme - offener Schluss, fragen bleiben offen → leser wird gezwungen über geschehen nachzudenken SPRACHE - Textverdichtung durch: Aussparungen, Andeutungen, Metaphern, Symbole - Schmucklos (Lakonisch), Alltagssprache, teils verwendung von umgangssprache/dialekt/jargon - Doppelbodigkeit, mehrdeutigkeit → komplexere probleme über metaphern / leitmotiv zu entschlüsseln HANDLUNG - Situation: skizzenhaft dargestellt, geprägt von Emotionen. - Meist gibt es einen Glückswechsel (Peripetie). - Handlung einsträngig, insgesamt wenig handlung PERSONEN und ORTE - Personen werden nur in Aspekten beschrieben/charakterisiert. - Geschichte spielt nur an wenigen Orten. THEMEN - Themen: Probleme der Zeit. - entscheidender Einschnitt aus dem Leben der handelnden Person oder Figur wird erzählt. - Alltäglichkeit von Handlung und Personen, die weder hervorragend noch heldenhaft auftreten: „ein Stück herausgerissenes Leben“ (Schnurre 1961)